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Konfirmation

BT 815 Was in der Konfirmation geschieht

Konfirmation heißt Bestärkung

An der Schwelle zum Erwachsenwerden erfahren junge Menschen Bestärkung. In der Taufe hat Gott zu ihnen Ja gesagt; jetzt kommt es auf ihr eigens Ja an. Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen mündig und selbständig werden, Gemeinschaft und Begleitung erleben, gesegnet und beschenkt werden, Annahme und Stärkung erfahren. Auf diesem Weg sind Freundinnen und Freunde notwendig, Menschen, die Vorbild sind und verständig begleiten.

 

Ja zu mir selbst

Jugendliche fragen in dieser Zeit: Wer bin ich? Die Erinnerung an die Taufe kann helfen: Gott hat mich angenommen; ich bin wertvoll in seinen Augen. Er wendet sich mir persönlich zu. Konfirmation kann helfen, den Weg zu sich selbst zu finden und gerade in diesem Alter sich selbst zu bejahen.

 

Ja zum Glauben

Zum Mündigwerden gehört, selbst Verantwortung zu übernehmen, sich eigenständig zu äußern und selbst zu entscheiden. Jetzt sprechen junge Menschen selbst das Bekenntnis, das die Eltern und Paten für sie gesprochen haben. Die gemeinsame Vorbereitung auf die Konfirmation soll dazu beitragen, dieses Bekenntnis und seine Bedeutung besser zu verstehen.

 

Ja zur Gemeinschaft

Konfirmandinnen und Konfirmanden erleben die Gemeinschaft der Kirche vor allem in ihrer Gruppe. Dort können sie viele gute Erfahrungen machen, Gestaltungsformen des Glaubens miteinander erproben und darüberhinaus lernen, wie sie Krisen gemeinsam bewältigen können. Sie werden ermuntert, am Leben der Gemeinde teilzunehmen und es mitzugestalten. Als einzelne brauchen wir die Gemeinschaft für unseren Glauben. Deshalb werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden gefragt, ob sie Ja zu dieser Gemeinschaft der Glaubenden sagen können. Auch die Gemeinde braucht die Jungen, ihre Lebendigkeit, ihre Ideen und ihren Widerspruch. Deshalb ist es wichtig, dass die Gemeinde in der Konfirmation Ja sagt zu ihren Jugendlichen, für sie betet und sie begleitet.

 

Zugang zum Abendmahl

Die Feier des Abendmahls bildet einen Höhepunkt der Konfirmation. Durch die Eröffnung der selbständigen Teilnahme am Abendmahl bei der Konfirmation werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden als Mitglieder der Gemeinde bestätigt und auf dem Weg ihres Glaubens gestärkt. Damit ist die Einladung ausgesprochen, immer wieder zum Tisch des Herrn zu gehen, um die Gemeinschaft mit Christus und untereinander zu erfahren.

 

Für die Eltern

Das Erwachsenwerden der Kinder ist ein langer Weg. Auch für die Eltern markiert die Konfirmation einen Übergang. Die Kindheit ist zu Ende. Im Rückblick mischen sich dankbare Erinnerungen mit der Frage nach Versäumtem und eigenen Fehlern. Doch dieser Einschnitt ist Verlust und Gewinn zugleich. Eltern und Kinder können zu einem neuen Verhältnis finden, das zunehmend von Partnerschaft bestimmt ist. Im Zusammenhang mit der Konfirmation gibt es viele Bräuche und Traditionen, die den Übergang zum mündigen Erwachsensein ausdrücken.

 

BT 816 Wichtiges aus dem Konfirmandengottesdienst

Das Glaubensbekenntnis

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden werden an ihre Taufe erinnert. Jetzt bekennen sie, jede und jeder für sich und alle gemeinsam, vor Gott und der Gemeinde den christlichen Glauben.

 

Die Konfirmationsfrage

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden hören die Zusage Jesu Christi, dass er sie begleiten und bei ihnen sein will. Dann werden sie mit folgenden oder anderen Worten gefragt:

Wollt ihr unter Jesus Christus, eurem Herrn, leben, im Glauben an ihn wachsen und als evangelische Christen in seiner Gemeinde bleiben, so sprecht: Ja, mit Gottes Hilfe.

 

Der Konfirmationsspruch und -segen

Jede Konfirmandin, jeder Konfirmand erhält ein Wort aus der Bibel. Entweder hat der Pfarrer, die Pfarrerin es für sie persönlich ausgewählt, oder sie haben es sich selbst ausgesucht. Dieses Wort soll sie auf ihrem Lebensweg begleiten.

Dann legt die Pfarrerin, der Pfarrer jeder und jedem die Hand auf uns segnet sie:

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist

gebe dir seine Gnade:

Schutz und Schirm vor allem Argen,

Stärke und Hilfe zu allem Guten,

dass du bewahrt werdest im rechten Glauben.

Friede sei mit dir. Amen.

 

Das Abendmahl

Im Abendmahl wird die Gemeinschaft Gottes mit uns und die Gemeinschaft unter uns anschaulich. So bekräftigt es, was in der Konfirmation geschieht: Gott kommt zu uns mit seinem Segen; wir nehmen entgegen, was er schenkt; wir werden hineingenommen in die Gemeinschaft der Gläubigen und empfangen Stärkung auf unserem Weg.

Meist geht ein eigener Beichtgottesdienst voraus. Er dient der Vorbereitung auf das Abendmahl. Miteinander zu beichten und zum Abendmahl zu gehen, das ist für viele Eltern und Kinder ein wertvolles Erlebnis, das den Anstoß zu einer neuen Beziehung gibt.

 

BT 817 Was Sie zur Konfirmation wissen sollten

Vorbereitung

Der Konfirmation geht eine 1- bis 2-jährige Vorbereitungszeit in der Gruppe voraus. Eltern werden in diese Arbeit durch Elternabende einbezogen. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen mit grundlegenden Aussagen des christlichen Glaubens vertraut gemacht werden und das Leben der Gemeinde kennenlernen. Sie sollen auch selbst zeigen, wie sie ihren Glauben verstehen und gestalten.

Die örtlichen Gepflogenheiten im Blick auf Konfirmation und Vorbereitungszeit sind sehr unterschiedlich. Deshalb sind rechtzeitige Informationen und Absprachen notwendig.

 

Taufe Jugendlicher

Jugendliche, die nicht getauft sind, können an der Konfirmandenarbeit teilnehmen. Wollen sie getauft werden, kann dies während der Konfirmandenzeit oder bei der Konfirmation selbst geschehen. Dadurch wird die Verbindung von Taufe und Konfirmation besonders deutlich. Zwar sind bei der Taufe von Jugendlichen Paten nicht notwendig, aber es ist schön, wenn sie ihnen als Wegbegleiter zur Seite stehen.

 

Abendmahl vor der Konfirmation

In vielen Gemeinden sind die Konfirmandinnen und Konfirmanden schon während der Vorbereitungszeit zum Abendmahl der Gemeinde eingeladen. Dies hat zum Ziel, dass sie mit der Feier des Abendmahls vertraut werden. Das Abendmahl soll ihnen lieb und wert werden. Auch wenn Konfirmandinnen und Konfirmanden das Abendmahl schon vor der Konfirmation mitfeiern, behält es an diesem Tag seine besondere Bedeutung.

 

Rechte durch die Konfirmation

In der Konfirmation werden junge Menschen als Mitglieder der Gemeinde bestätigt. Sie können und sollen regelmäßig am Gemeindeleben teilnehmen. Sie können das Patenamt übernehmen und sich ab dem 16. Lebensjahr aktiv an den Kirchenvorstandswahlen beteiligen. Nach staatlichem Recht steht Jugendlichen nach Vollendung des 14. Lebensjahres selbst die Entscheidung darüber zu, zu welchem religiösen Bekenntnis sie sich halten wollen.

 

BT 818 Konfirmationssprüche (eine Auswahl)

1. Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all sein Tun.

Psalm 73,28

2. Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit: erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.

Psalm 86,11

3. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn.

Psalm 143,10

4. Wer mich bekennt vor den Menschen, den wird auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes.

Lukas 12,8

5. Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Johannes 8,31.32

6. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.

Johannes 15,16

7. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Johannes 16,33

8. Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.

Römer 1,16

9. Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.

Römer 5,1

10. Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

2.Korinther 3,17

Siehe auch die Taufsprüche Nr. 812

 

BT 819 Gebete

Gebete von Konfirmandinnen und Konfirmanden

1. Herr, das ganze Leben ist für mich wie ein Meer, das romantisch, ruhig, weit, tief und anlockend sein kann. Ich möchte vieles im Leben noch sehen und erkennen. Deshalb bitte ich dich, dass du diesen Tag so glücklich enden lässt, wie er begonnen hat, und dass ich ihn nie vergessen werde. Amen.

2. Ich brauche Mut und Kraft zum Leben. Ich brauche auch den Glauben. Wenn ich den nicht habe: welchen Sinn hat dann alles, und woran soll ich mich halten?

Ich bitte dich, Gott: Lass mich spüren, dass du bei mir bist. Hilf mir, dir zu vertrauen und auf dich zu hören. Hilf mir zu finden, was für mich gut ist.

Gib mir und den anderen eine Gemeinde, in der wir uns zu Hause fühlen können. Zeig mir den Weg und halte mich fest. Amen.

3. Herr Jesus Christus, wir rufen dich an. Hilf uns auf dem Weg, den wir nun zu gehen haben. Bleibe uns zur Seite in den Fragen, die uns umtreiben. Lass uns immer wieder erkennen, dass du es gut mit uns meinst. Schenke uns Erfahrungen mit dir. Bewahre uns vor falschen Wegen und gib uns Kraft, dass wir uns bewähren können als Menschen, die mit dir rechnen. Amen.

Gebete von Konfirmandeneltern

4. Unser Gott, an diesem Tag danken wir dir für unsere Kinder. Du hast uns bis heute begleitet auf unserem gemeinsamen Weg. Wir haben viel Schönes miteinander erlebt, als sie kleine Kinder waren und langsam herangewachsen sind bis heute. Du kennst die Mühe, die wir uns gegeben haben, sie nach unseren Maßstäben zu erziehen. Vieles ist gelungen, manches ist ganz anders gekommen. Ob es gut war, können wir schwer beurteilen. Manches haben wir auch versäumt. Das wird uns jetzt umso bewusster, als wir unsere Kinder immer mehr loslassen müssen und sie oft nicht mehr zu erreichen scheinen. Hilf uns, Vertrauen zu ihnen zu haben und ihnen so viel Fürsorge wie nötig zukommen zu lassen. Wir danken dir, dass wir unsere Kinder bei dir in einer guten Hand wissen dürfen. Amen.

5. Heute legen unsere Kinder öffentlich ein Bekenntnis zu dir ab. Sie sind mündige Christinnen und Christen geworden – mit dem gleichen Glauben und den gleichen Fragen, die wir auch haben. Hilf, dass wir voneinander lernen können und gemeinsam im Glauben wachsen; dass wir dich nicht aus den Augen verlieren. Bring dich selbst immer wieder in Erinnerung in unserem Leben.

Wir danken dir, dass wir deine Zusage mitnehmen können: Du gehst mit uns auf allen unseren Wegen. Gib, dass es ein guter Tag wird für uns alle. Amen.

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